Rose – Vom Schtetl nach Miami Beach. Unruhige Fahrt
Von Martin Sherman. Mit Graziella Rossi. Regie: Klaus Henner Russius. Musik: Daniel Fueter. Einspielung Akkordeon: Srdjan Vukasinovic. Bühnenbild: Bruno Kümin. Lichtdesign, Technik: Hans Naef. Produktionsleitung: Cristina Achermann. Eine Rossi-Russius-Produktion.
Das Stück «Rose» von Martin Sherman erzählt auf packende, berührende Weise, nicht ohne eine gehörige Portion grimmigen jüdischen Humors, das Schicksal einer Überlebenden.
Rose: im ukrainischen Schtetl geboren, im Warschauer Ghetto die grosse Liebe ihres Lebens kennengelernt, in Deutschland ins Lager gesperrt, Flucht nach Frankreich, Exodus nach Palästina, Rücktransport nach Deutschland, Flucht aus dem Viehwagen mithilfe eines amerikanischen Soldaten, dem sie nach Atlantic City folgt; Heirat, Kinder, Witwenschaft, Karriere, Florida; Besuch beim Sohn, der nach Israel ausgewandert ist, Enkelkinder, die Intifada – Israelis erschiessen Kinder, so wie es die Nazis taten. Rose versteht die Welt nicht mehr, und der Sohn, der Israeli, sagt ihr, seiner amerikanischen Mutter: «Natürlich verstehst du das nicht, Mama, du bist keine von uns.»
Eine «displaced person» – ein langes Leben lang.
Und was für ein Leben! Also sitzt sie Shiv’a – Trauern für einen nahen Verwandten. Wechselnd von jüdischem Humor zu Schmerz und von Wut zu Ironie erzählt Rose als Angehörige einer «verlorenen Gene ration», einer, im weitesten Sinne, «displaced person», vom Untergang der jiddischen Kultur, von der Kluft zwischen liberalen und orthodoxen Israelis und der Entfremdung zwischen Israelis und Juden aus der Diaspora in der «Alten Welt»
Dienstag, 7. Februar, 20.00 Uhr, Fr. 35.– / 25.–
Weitere Vorstellungen: 4. März, 4. April, 31. Mai
(Sonntags-Vorstellungen jeweils 18.00 Uhr)
|