Tolle Pressemeldungen zu Shakespeares Richard III
Rock’n’Roll und Shakespeare Aber natürlich erliegen wir Richards (grossartig gespielt von Pedro Reichert) Manipulationskunst gerne, schliesslich haben wir in Zeiten von Netflix nichts gegen eine Abkürzung durch die Weltliteratur. Und als diabolischer Charmebolzen in Lederjacke, der nie genug «Satisfaction» bekommen kann, macht uns der skrupellose König zu Komplizen, während die Stones den brodelnden Soundtrack zu einer mörderischen Revue liefern.
Frank Heer (NZZ am Sonntag)
Mörderische RockrevueEin Konzept, das aufgeht, sich bewährt hat und stets für Erstaunen und Begeisterung sorgt. Der Abend sorgt für zwei spannende elektrisierende zwei Theaterstunden. (Rolf Breiner, Textatur Kultur-Tipp)
Richard III als Rocker Pedro Reichert überzeugt durch Vitalität und Witz; an seiner Rolle lässt sich nachvollziehen, wie sich der skrupelloseTyrann immer mehr in einen paranoiden Psychopathen verwandelt. Was man vom ganzen Ensemble sagenkann, gilt eigentlich auch für Reichert: Er profiliert sich als beherzter Stones-Interpret. Für die gesanglichen Höhepunkte indessen sorgt die Schauspielerin Sabina Deutsch: Mit ihrer kehligen, aber dehnbaren Stimme hebt sie die Stones-Klassiker weit über Karaoke oder Musical-Niveau heraus.
Ueli Bernays, NZZ
Kultur Kompakt
Wenn Pedro Reichert während der Krönungszeremonie «You can’t always get what you want» in die Ränge schmettert, ist das sowohl elektrisierend als auch ein Kommentar. Den Lead neben der überaus beachtlichen Leistung von Pedro Reichert teilen sich in den unzählbaren Hits gesanglich zur Hauptsache Sabina Deutsch, Rolf Sommer und Joachim Aeschlimann, die von Graziella Rossi und Lisa Eder in der häufig chorischen Stimmungsherstellung und vor dem allem den effektvollen Auftritten im Spiel sekundiert werden. Die Band unter der Leitung von Tobias Schwab rockt. Der Abend ist im besten Sinne ein Kessel Buntes und sichert sich damit auch die Garantie auf den Zorn sämtlicher Purist:innen.
Thierry Frochaux, PS